Die Donau bildet auf ihrem annähernd 2.900 Kilometer langen Lauf die Achse Mittel- und Südosteuropas, durchfließt seit der weltpolitischen Wende von 1989/90 zehn europäische Staaten und verbindet den Schwarzwald mit dem Schwarzen Meer – ein einzigartiges europäisches Phänomen.

Die Donau-Anrainerstaaten stellen eines der bedeutendsten sozio-ökonomischen Potenziale innerhalb Europas dar. 115 Mio. Menschen leben allein in den Ländern, Regionen und Städten, die unmittelbar an der Donau liegen – mit einer Jahrtausende währenden gemeinsamen Geschichte und einem in Europa einmaligen kulturellen Reichtum.

Die Donau verbindet alte Demokratien im Westen mit den noch jungen im Osten. Sie verbindet entwickelte soziale Marktwirtschaften mit ökonomischen Übergangsystemen, die immer noch die Reste gescheiterten Planwirtschaftens beseitigen müssen. Sie verbindet  Zivilgesellschaften, die seit über 60 Jahren friedlich zusammenleben mit Ländern, in denen noch vor wenigen Jahren Krieg und Vertreibung Mittel der Politik waren. Im Donauraum treffen Gegensätze aufeinander: Stabilität und Labilität, Rechtsstaatlichkeit und Korruptionsgesellschaft, Reichtum und Armut, High Tech und fehlende Infrastruktur, Wirtschaftskraft und schleichender Staatsbankrott, soziale Sicherheit und Wirtschaftsmigration… und alles im Fluss.  Um es vorwegzunehmen: dieses soziale, wirtschaftliche und politische „Gefälle“ zwischen West und Ost langfristig aufzuheben ist die Aufgabe der EU-Strategie für den Donauraum und das Ziel des EEDF – EUROPEAN ECONOMIC DANUBE FORUM.

Mit der Erweiterung der EU auf inzwischen 27 Mitgliedsstaaten (bzw. 26 nach dem Brexit) entstand das Konzept sogenannter „Makro-Regionen“ innerhalb der Europäischen Union: europäische Großregionen sollen auf Grund ihrer geopolitischen Lage und gemeinsamer historischer, kultureller und wirtschaftlicher Bezüge und ökologischer Herausforderungen im Rahmen eines umfassenden Entwicklungsprogramms miteinander verbunden und gefördert werden.

Die EU-Strategie für den Donauraum wurde am 24. Juni 2011 vom Europäischen Rat verabschiedet. Die Strategie schließt das gesamte Donaubecken ein – nicht nur die unmittelbaren zehn Anrainerländer –  mit insgesamt 14 Staaten: den neun EU-Mitgliedern Deutschland (stellvertretend Baden-Württemberg und Bayern), Österreich, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bulgarien und Rumänien, den EU-Beitrittskandidaten Serbien und Montenegro, dem potenziellen Beitrittskandidaten Bosnien-Herzegowina sowie der Ukraine (nur die Regionen an der Donau) und der Republik Moldau.

Die Strategie soll Wohlstand und Wirtschaftskraft im Donauraum erhöhen, die Umsetzung europäischer Rechtsvorschriften in den beteiligten Staaten fördern und auf diesem Wege auch diejenigen Staaten, die noch nicht EU-Mitglieder sind, näher an eine Mitgliedschaft heranführen. Sie soll insbesondere der Verwirklichung der Ziele der Strategie „Europa 2020“ dienen. Langfristig geht es dabei um die Entwicklung und Konsolidierung des Donauraums als große Wirtschafts- und Investitionsregion in Europa.

Der Erfolg dieses ambitionierten europäischen Projekts hängt entscheidend davon ab, dass es eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gibt. Dazu bedarf es eines ständigen Dialogs zwischen den Akteuren. Die Initiatoren haben es sich zur Aufgabe gemacht, mit dem EEDF – EUROPEAN ECONOMIC DANUBE FORUM eine solche Plattform zu schaffen.

 

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